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Die ersten 7 Räume im 1. Stock sind den verschiedenen Faktoren gewidmet die dazu führten dass Bastia eine entscheidende Rolle in der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Insel bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts spielte.

Als politische Hauptstadt Korsikas und Sitz des Gouverneurs vom 15. bis zum 18. Jahrhundert spielt Bastia eine zentrale Rolle in der Führung der inneren Angelegenheiten der Insel während dieses gesamten Zeitraums. Der Besucher erfährt, welches die wichtigsten Institutionen waren die in Bastia ansässig waren, und wie sich die Stadt in das Dominio der Genueser einfügte, bevor es Teil des komplexen Räderwerks der Notabeln von Bastia wurde.

Die Führungsschicht setzt sich in der Stadt Bastia anders zusammen als in den genuesischen Kolonien wie etwa Bonifacio oder Calvi. Dadurch dass sich die Stadt zugleich einheimischen Bevölkerungsgruppen öffnet und aber auch adelige Familien Genueser Herkunft hier ansässig sind, entsteht ein einzigartiges Modell einer städtischen korsischen Notabilität. Allerdings gewährt die Serenissima den korsischen Eliten nur begrenzt Zugang zu den wichtigsten politischen Ämtern. Hin und wieder sehen sich bedeutende Familien aus Bastia gezwungen, ins Exil zu gehen und sich in den Dienst anderer Staaten oder Königreiche auf der italienischen Halbinsel zu stellen, ohne jedoch ihre Verbindung zur Insel zu kappen.

Das 18. Jahrhundert stellt für Bastia eine turbulente Zeit dar. Von 1755 bis 1769 bleibt die Stadt eine genuesische Enklave inmitten des unabhängigen Korsika. Während des anglo-korsischen Königreichs behält sie einige ihrer Privilegien als Hauptstadt, bevor diese dann unter der Herrschaft des französischen Kaiserreichs endgültig verlorengehen. Die lokalen Notabeln passen sich der neuen Situation perfekt an und es gelingt ihnen, durch eine kluge Heiratspolitik und strategisches Geschick ihre Position zu festigen.

Darüber hinaus hatten die Genueser Bastia seit seiner Gründung immer eine zentrale Rolle in der wirtschaftlichen Führung und Nutzung der Insel zugedacht. Ein Raum widmet sich der Rolle Bastias als Handelshafen dessen Bedeutung unaufhaltsam wuchs. Im 19. Jahrhundert wird Bastia auch zur Drehscheibe des innerkorsischen Handels. Diese ökonomische Vormachtstellung beruht auf den Investitionen der einheimischen Notabeln in den Handel seit dem 16. Jahrhundert. Dadurch wird die Stadt zum ersten Finanzplatz und Industriestandort der Insel.


Bastia siège de l'administration génoise

De Gênes à la France, Bastia au 18e siècle

Città maritima du 15e au 20e siècle

Città maritima du 15e au 20e siècle

L'industrie bastiaise aux 19e et 20e siècles