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Um das Jahr 1380 herum entscheidet Leonello Lomellini, einer der Repräsentanten Genuas auf Korsika, eine Bastia (Bastei) auf einem Felsvorsprung 10 km nördlich des lokalen Regierungssitzes der Genueser zu errichten. Dieser neue Standort bietet mehrere Vorteile: Er lässt sich bequem verteidigen und wird von zwei natürlichen kleinen Buchten eingerahmt wo man leicht anlanden kann. Darüber hinaus ist der Felsvorsprung selbst ganz und gar unbewohnt, wenn auch die beiden kleinen Buchten zu den Ortschaften Cardo und Belgodere gehören und als Handelshäfen genutzt werden. Die ersten Ausstellungsräume des Museums führen dem Besucher deshalb vor Augen, wie sich die Stadt Bastia aus diesen beiden ursprünglichen Entstehungsgründen heraus entwickelt hat: Im Konfliktfall einen Rückzugspunkt für die Machthaber zu bieten und den Seehandel wirkungsvoll zu schützen.

In der Tat begann sich bereits ein Jahrhundert später eine kleine Stadt direkt um die Bastia herum zu entwickeln. Ab dem Ende des 15. Jahrhunderts wurde in Verlängerung der ersten befestigten Mauern ein Stadtmauer-Ring errichtet. Dieses Neuland (terra nova), das sich entlang der Straßen erstreckt, die es in Stadtviertel unterteilen, wird von da an den Status einer Hauptstadt innehaben, da es als einziger offizieller Regierungssitz des Gouverneurs dienen wird. Weiter unten, außerhalb der Stadtmauern, erstreckt sich die offene Stadt, aufgrund der Tatsache dass sie älter ist als die Oberstadt terra vecchia genannt. Sie wächst ebenfalls und breitet sich strahlenförmig um den Hafen herum aus.

In diesem ersten Themenbereich geht es darum zu erklären, wie sich diese Stadt und ihre Architektur vom 15. bis ins 20. Jahrhundert entwickelt haben. Diese Entwicklung ist durch das natürliche Umland geprägt, das die Stadt zwischen dem Meer und den Bergen einklemmt, und dadurch dass die Expansion der Stadt lange Zeit durch das ziemlich ungeordnete Wachstum der Unterstadt behindert wurde.

Das besondere Interesse gilt hierbei den beiden Stadtvierteln die den Kern des historischen Zentrums bilden: Terra Nova (die Oberstadt um die Bastei) und Terra Vecchia (die Unterstadt am Hafen), die sich in ihrer jeweiligen Hauptfunktion unterscheiden: Der Einen obliegt die Verteidigung der Stadt, der Anderen die gesamten Hafenanlagen.

Als politische Hauptstadt wird Bastia bald auch zum religiösen Zentrum der Insel und es werden zahlreiche Gotteshäuser errichtet. Indem sie Handwerksmeister vom Festland (Terra Ferma, gemeint ist Italien) kommen lassen, fördern die Geldgeber die Ausbreitung der Barockarchitektur in Korsika. Dem heutigen Besucher eröffnet sich ein Panorama noch erhaltener markanter Gebäude, aber er begegnet auch der Erinnerung an Gebäude die heute verschwunden sind.

Der italienische Einfluss zeigt sich auch in der Architektur von Privathäusern und dauert noch lange fort nachdem Korsika Frankreich zugeschlagen wurde. Er zeigt sich nicht nur im Aufbau des Wohnbereichs und im Stil, sondern auch im Alltag, wie man an den Einrichtungsgegenständen, dem Mobiliar oder dem Geschirr sehen kann, die in den letzten Räumen des Erdgeschosses zu sehen sind.
 


Naissance et croissance urbaine

Le coeur historique de Bastia : Terra Nova et Terra Vecchia

L'architecture religieuse bastiaise

Le cadre de vie urbain au 17e siècle